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Dr. Christian Günther: Demenz, na und? Gedanken zu meinem “Büchlein des Jahres 2017“

Lesen Sie die Buchbesprechung von “Ja zum Leben trotz Demenz! Warum ich kämpfe“ von Helga Rohra durch Dr. Christian Günther, Chefredakteur der Zeitschrift Osteoporose & Rheuma aktuell.

Buchbesprechung von “Ja zum Leben trotz Demenz! Warum ich kämpfe“ von Helga Rohra durch Dr. Christian Günther, Chefredakteur der Zeitschrift Osteoporose & Rheuma aktuell.

Unsere Buchempfehlung zum Sommer 2017: Dr. med. Eckart von Hirschhausen – Wunder wirken Wunder

Dr. med. Eckart von Hirschhausen (Jahrgang 1967) studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Von Kindheit an begeisterte er sich für die Zauberei und ist Ehrenmitglied im Magischen Zirkel von Deutschland. Seit über 20 Jahren ist er als Komiker, Autor und Moderator in den Medien und auf allen großen Bühnen Deutschlands unterwegs. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden.

Das Künstlerprofil:

  • 1967 in Frankfurt am Main geboren, aufgewachsen in Berlin• seine Vorfahren lebten als Pastorenfamilie in Estland und erhielten im 19. Jahrhundert den Adelstitel durch den russischen Zaren aufgrund ihrer Verdienste um die Volksbildung
  • Er studiert Medizin in Berlin, Heidelberg und London und promoviert 1994 magna cum laude
  • 2008 gründet er die Stiftung „Humor hilft Heilen“, die Clowns in Krankenhäuser bringt
  • 2012 zeichnet ihn der Hochbegabtenverband Mensa mit dem Deutschen IQ-Preis aus

Dr. med. Eckart von Hirschhausen: Wunder wirken WunderWunder wirken Wunder

Wie Medizin und Magie uns heilen

Dr. Eckart von Hirschhausen beweist seit vielen Jahren, dass Lachen vielleicht nicht die beste Medizin, aber immer noch wirksamer ist als so manch teures Wundermittel – sei es chemisch, biologisch-dynamisch oder allzu esoterisch.

Vom Geschäft mit der Gesundheit, von Ängsten und Hoffnungen, Quacksalbern und Wunderheilern erzählt er in einem Buch: „Wunder wirken Wunder“. Geschichten, die uns alle angehen. Lehrreich, aber nie belehrend, komisch bis verrückt, unterhaltsam und klug. Doch was steckt eigentlich hinter den großen Weisheiten, die uns gesund machen sollen? Was ist fauler Zauber, was gesunde Selbsttäuschung? Ein heilsamer Blick auf die Wunderwelt der Heilkunst.

Die Wissenschaft hat die Magie aus der Medizin vertrieben, aber nicht aus uns Menschen. Welche Kraft haben positive und negative Gedanken? Wieso täuschen wir uns so gerne? Und warum macht uns eine richtige Operation manchmal nicht gesünder als eine vorgetäuschte? Der Placeboeffekt ist mächtig! Und wenn wir so viele Möglichkeiten haben, den Körper mit dem Geist zu beeinflussen – warum tun wir es so selten gezielt?

Mit viel Humor zeigt Eckart von Hirschhausen, wie Sie bessere Entscheidungen für Ihre eigene Gesundheit treffen, was jeder für sich tun und auch lassen kann. Klartext statt Beipackzettel.

Ein versöhnliches Buch, das Orientierung gibt: Was ist heilsamer Zauber, und wo fängt gefährlicher Humbug an? Dr. Eckart von Hirschhausen entdeckt neue Wundermittel im Alltag. Wundern wir uns vielleicht zu wenig?

Jesus konnte Wasser in Wein verwandeln. Aber ist es nicht mindestens so erstaunlich, dass der menschliche Körper in der Lage ist, über Nacht aus dem ganzen Wein wieder Wasser zu machen?

Er ist der Arzt, dem die Schlauen vertrauen: Dr. Eckart von Hirschhausen.

Reisen im Alter: In der zweiten Lebenshälfte die Welt entdecken – ob alleine oder mit Ehepartner, mit einer von HELP ausgebildeten Seniorenassistentin oder Seniorenassistenten wird es ein echtes Vergnügen!

Reisen im Alter: In der zweiten Lebenshälfte die Welt entdecken – ob alleine oder mit Ehepartner, mit einer von HELP ausgebildeten Seniorenassistentin oder Seniorenassistenten wird es ein echtes Vergnügen!

Reisen im Alter sind schon lange kein Problem mehr. Selbst mit Rollstuhl oder Rollator bringt Sie ein Flugzeug im Zweifelsfalle ans andere Ende der Welt. Die deutschen Senioren gehören dabei zu den Reiseweltmeistern.

Gemäß der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen beträgt die Reiseintensität bei Reisen im Alter der über 60-Jährigen bei 77 Prozent. Die Häufigkeit der Reisen im Alter der über 69-Jährigen liegt bei etwa 60 Prozent.

Mit der richtigen Reiseplanung und Reisevorbereitung kann Reisen im Alter einen großen Zugewinn an Lebensqualität bedeuten und dafür sorgen, Stress, Aufregung und unnötige Belastungen zu verringern. Trotzdem gibt es natürlich eine Reihe von Dingen, die Sie bedenken sollten bevor Sie eine Reise buchen oder antreten sollten.

Ihre HELP-zertifizierten Seniorenassistenten übernehmen die Vorplanung, die Organisation und sind unterwegs zuverlässig an Ihrer Seite. Sie geben Ihnen genau so viel Unterstützung, die Sie sich wünschen.

Trotz Krankheiten oder Handicap im Alter reisen

Auch bei vorliegenden Krankheiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist das Reisen im Alter möglich. Ein Arztbesuch ist vorher stets empfehlenswert, insbesondere um eine ausreichende medikamentöse Versorgung während der Reise zu gewährleisten.

Ein Tipp: Wer mit dem Flugzeug verreist, sollte die Hälfte der Medikamente im Handgepäck befördern, um für den Fall, dass der Koffer verspätet eintrifft oder gar verlorengeht, genügend Medikamente zur Verfügung zu haben. Auch die Mitnahme von Behandlungsdaten ist bei Seniorenreisen ratsam, falls es zu einer notwendigen medizinischen Versorgung vor Ort kommt. Bei Auslandsreisen außerhalb des deutschsprachigen Raumes sollten die Behandlungsdaten dazu auch in englischer Sprache mitgeführt werden.

Ihre HELP-Seniorenassistentin kümmert sich darum!

Bei Seniorenreisen in andere Klimazonen sollte genug Zeit eingeplant werden, um sich zu akklimatisieren.

Auch auf eine passende Verpflegungssituation ist zu achten, denn die Ernährung im Alter ist ein wichtiger Faktor, um den Organismus zu stärken und gesund zu halten. Hat man ein tägliches Workout-Programm, sollte dies auch während der Reise fortgeführt werden, denn Sport im Alter ist eine wichtige Grundlage, um möglichst lange gesund und fit zu bleiben.

Ernährung im Alter, Sport im Alter sowie Reiseorganisation und Reisemedizin sind wichtige fachliche Themen der Ausbildung zum Experten & Gesellschafter in der Seniorenassistenz.

Gut versichert verreisen

Bei einer Reise im Alter ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung in jedem Fall zu empfehlen, um etwaige Kosten für mögliche Behandlungen im Ausland abzudecken. Prüfen Sie, ob und in welchem Umfang ein Krankenversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Ihrem gewählten Reiseland besteht.

Eine Rücktransportabsicherung ist bei Seniorenreisen in diesen Abkommen nicht vorgesehen und daher in jedem Fall anzuraten. Wenn Sie in einem Reisebüro buchen, wird der Mitarbeiter Sie beraten und meist auch den Vertrag über die Auslandskrankenversicherung mit Ihnen abschließen können.

Ihre HELP-Seniorenassistentin kümmert sich um all Ihre Wünsche und holt die Informationen für Sie ein!

Reisevorbereitungen bei Seniorenreisen

Rechtzeitige und gute Reisevorbereitungen für einen längeren Ausflug oder Urlaub im Alter sollten nicht vergessen werden. Oft genug fehlen am Urlaubsort plötzlich die entscheidenden Medikamente oder das kleine Notizbuch mit wichtigen Telefonnummern liegt noch zu Hause in der Schublade.

Ihre HELP-zertifizierten Seniorenassistenten bereiten Ihre Medikamente mit Ihnen und /oder mit dem zuständigen Pflegedienst zu Hause vor und füllen diese in kleine Wochendosierer um, die im Fachhandel oder in Sanitätshäusern erhältlich sind. Eine oder zwei Tagesdosen und lebenswichtige Medikamente gehören unbedingt ins Handgepäck!

Als Diabetiker sollten Sie auch nicht Ihre kleinen Zwischenmahlzeiten vergessen. Bedenken Sie auch, dass Ihr Koffer eventuell auch verspätet oder in seltenen Fällen gar nicht an Ihrem Zielort eintreffen kann.Die allerwichtigsten Dinge, Wertgegenstände, eine Zahnbürste und ein Satz Unterwäsche gehören deshalb unbedingt mit ins Handgepäck.

Allgemeine Reisevorbereitungen

Denken Sie an

  • Ausweispapiere
  • EC Karte oder Kreditkarte
  • Medikamentenliste und Beipackzettel
  • Therapiepässe
  • Telefonnummern des Hausarztes und von wichtigen Vertrauenspersonen
  • leichtes Gepäck, das Sie möglichst selbst transportieren können. Dazu gehören Trollys, Rucksäcke oder Umhängetaschen mit weichen Gurten.
  • Gutes Schuhwerk
  • Überlegen Sie, was Sie immer griffbereit haben müssen und verstauen Sie diese Dinge im Handgepäck.
  • Scheren und andere spitze Gegenstände gehören im Flugzeug keinesfalls ins Handgepäck.

Schutz & Pflege

  • eine PH hautneutrale Seife
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Körperlotion
  • Für alle Fälle eine cortisonhaltige Creme
  • eine gute Sonnenbrille

Die kleine Reiseapotheke

  • Eigene Medikamente
  • Ein magenfreundliches Schmerzmittel
  • Ein mildes Schlafmittel
  • Elektrolytpulver gegen Durchfall und für schweißtreibende Aktionen
  • Ein mildes Abführmittel
  • Ein schmerzlinderndes, entzündungshemmendes Gel
  • Pflaster
  • Augentropfen
  • Kompressionsstrümpfe bzw. Antithrombosestrümpfe bei längeren Fahrten oder Flügen.

Ihre HELP-Seniorenassistentin kümmert sich darum!

Reisekrankheiten und wie sie vermieden werden können

Reisekrankheiten sind weit verbreitet. Wer kennt das nicht: Man ist mit Auto, Bus, Flugzeug oder Schiff unterwegs und plötzlich macht der Magen Probleme. Bei einer Reisekrankheit kommt es zu körperlichen Reaktionen wie Blässe, Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, die durch die ungewohnten Bewegungen des Verkehrsmittels ausgelöst werden.

Man fasst unter Reisekrankheiten auch die Seekrankheit, Luftkrankheit, Raumkrankheit oder die Landkrankheit von Seeleuten, die sich beim Landgang erst wieder an den festen Boden gewöhnen müssen, zusammen.

Auch die passive Bewegung in Reisebussen, Autos, Zügen mit Neigetechnik, Achterbahnen oder Flugsimulatoren kann Reisekrankheiten hervorrufen, wobei die Lenker des Fahrzeugs eigentlich so gut wie nie von Reisekrankheiten betroffen sind. In jüngster Zeit treten Reisekrankheiten auch öfters bei Freunden sogenannter „Ballerspiele“ am Computer auf.

Reisekrankheiten – Das Gleichgewicht ist etwas durcheinander

Bei Reisekrankheiten können die „Reizsignale“ des Sehens (Kurven, Luftturbulenzen oder auch der Wellengang auf See) und des Gleichgewichtssystems nicht richtig koordiniert werden. Häufiges Gähnen ist das erste Anzeichen und schon bald folgen Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und in Extremfällen auch ein Kreislaufkollaps. Eine eindeutige oder allgemein gültige Erklärung für das Aufkommen von Reisekrankheiten, die sich in der Regel nach zwei Tagen wieder verabschiedet haben, gibt es nicht. Auch erfahrene Seebären können noch seekrank werden und Faktoren wie Alter oder Konstitution scheinen dabei keine Rolle zu spielen. Scopolamin gilt als das wirksamste Mittel gegen Reisekrankheiten, es gibt aber auch andere.

So bekämpfen Sie Reisekrankheiten

  • Sitzen Sie möglichst in Fahrtrichtung
  • Verzichten Sie auf Alkohol.
  • Während der Fahrt im Auto sollten Sie besser nicht lesen.
  • Übernehmen Sie selbst das Steuerrad.
  • Meiden Sie zu viele Kopfbewegungen.
  • Achten Sie auf eine regelmäßige Atmung
  • Bei Busfahrten möglichst in der Mitte des Busses sitzen, wo es weniger schaukelt.

An Bord von Schiffen:

  • Fixieren Sie den Horizont oder die Küste.
  • Halten Sie sich möglichst in der Mitte des Schiffes auf und buchen Sie unbedingt eine Kabine mit Fenster.
  • Frische Luft an Deck tut immer gut und hilft meist sehr schnell bei Reisekrankheiten.

Im Flugzeug:

  • Wählen Sie einen Sitzplatz in der Nähe der Flügel.
  • Kauen Sie zum Druckausgleich Kaugummi.

All diese wichtigen Vorbereitungen planen und organisieren Ihre HELP – Seniorenassistenten und sorgen ebenso für eine entspannte und reibungslose Durchführung auf allen Etappen Ihrer Reise.

Reisen im Alter: In der zweiten Lebenshälfte die Welt entdecken – ob alleine oder mit Ehepartner, mit einer von HELP-Akademie ausgebildeten Seniorenassistentin oder Seniorenassistenten wird es ein echtes Vergnügen!

Sie reisen gerne aber eben nicht alleine! Mit einer Freundin war es schon mal sehr schwierig weil man verschiedene Interessen und Vorstellungen hatte.

Ganz anders mit einer Seniorenassistentin. Sie verbringen einen Teil der Zeit für sich und genießen die Augenblicke. Sobald Sie aber eine angemessene Gesellschaft auf Augenhöhe wünschen ist Ihre Seniorenassistent für Sie bereit. Ein gutes Gefühl sich um nichts kümmern zu müssen und nicht alleine im Hotel beim Essen zu sitzen. Ausflüge zusammenmit einer vertrauensvollen Person zu unternehmen und trotzdem die Abläufe zu bestimmen.

Reiseorganisation und Reisemedizin ist ein Fachgebiet der hochqualifizierten Ausbildung der Akademie HELP zum Experten & Gesellschafter in der Seniorenassistenz.

Kommunikation braucht keine Worte – Die Sinne erwecken durch Basale Stimulation bei Demenz

Kommunikation braucht keine Worte – Die Sinne erwecken durch Basale Stimulation bei Demenz

Basale Stimulation ist ein pädagogisch / therapeutisches und pflegerisches Konzept. Es unterstützt durch ganzheitliche, körperbezogene Kommunikation beeinträchtigte Menschen und fördert ihre Wahrnehmungs-, Kommunikations-, und Bewegungsfähigkeiten.
Dabei setzt Basale Stimulation auf einfache Mittel wie beispielsweise auditive Angebote, vibratorische Anregungen und bewusste Berührungen. Ziel ist es, den eigenen Körper wahrzunehmen, denn dies ist Voraussetzung, um einen Zugang zu Mitmenschen und der Umwelt aufbauen zu können.

Ursprünglich wurde das Konzept von Professor Dr. Andreas Fröhlich für die Sonderpädagogik entwickelt und dort erfolgreich eingesetzt. Prof. Christel Bienstein erkannte das Potenzial für die patientenorientierte Pflege und übertrug es in Zusammenarbeit mit Andreas Fröhlich auf diesen Bereich. Sie hat das Konzept auf die Pflege übertragen. 2011 erhielt sie vom Deutschen Pflegerat die Verleihung des Pflegepreises 2011, eine Auszeichnung wegen ihres großen Engagement für das Konzept der Basalen Stimulation¨ und dessen Verankerung in der Pflege. Inzwischen ist Basale Stimulation in weiten Teilen Europas bekannt und anerkannt.

Es kommt nicht nur darauf an „was“ man mit Demenz-Patienten macht, sondern darauf „wie“ man es tut. Wer z.B. bei der Körperpflege bewußt unterschiedliche Reize einsetzt, hilft dem Kranken, Körper und Umwelt besser wahrzunehmen. Dies kann erreicht werden durch leichten Druck beim Einseifen, abwechselnden Gebrauch von Schwämmen und Waschlappen, Abtrocknen mit unterschiedlich weichen Handtüchern, Einreiben, Massieren, Einkleiden mit gut sitzenden Textilien.

Menschen nehmen ihre Umgebung und Informationen dauerhaft nur wahr, wenn ihre körperlichen Sinne wechselnd gereizt werden. Dagegen gewöhnt man sich an eintönige, gleichförmige Reize, so daß man sie nach einiger Zeit nicht mehr wahrnimmt. Dies gilt für die Schmerz und Temperatur ebenso wie für Tasten, Riechen und Sehen. Wer also an Reizen verarmt, blendet in absehbarer Zeit die äußere Realität aus und verliert die Orientierung.

Ein solches Schicksal droht vor allem Demenz-Kranken, die bettlägerig sind bzw. sich kaum noch bewegen können. Diese Situation verschlimmert sich schnell, wenn die Betreffenden auch noch sehr weich gelagert und lediglich mit den Heimen eigenen Flügelhemden bekleidet sind. Vermutlich ist das Körperempfinden eines solchen Menschen mit dem tauben Gefühl vergleichbar, das man nach einer zahnärztlichen Schmerzspritze verspürt. Für viele Demenz-Kranke kommt hinzu, daß sie aufgrund altersbedingter Hör- und Sehbeeinträchtigungen ohnehin nur noch eine schlechte Wahrnehmung haben.

Die Mittel der basalen Stimulation:

Körperstimulation:

  • Deutlicher Druck bei der Körperpflege (Waschen, Abtrocknen, Einreiben, Massieren); Richtung: von der Körpermitte zur Peripherie
  • Erweitertes Reizangebot durch Wechsel der Wassertemperatur, verschieden harte Waschlappen, Schwämme und Handtücher
  • Förderung der Körperwahrnehmung durch gut sitzende und vollständige Kleidung (einschließlich Unterwäsche)

Gleichgewichtssinn:

  • Schaukeln im Schaukelstuhl
  • gemeinsames Ausführen rhythmischer Bewegungen (z.B. Tanzschritte)

Tast- und Greifsinn:

  • Ertasten unterschiedlicher Materialien“
  • Hände unter fließendes Wasser halten

Vibratorische Anregung:

  • Halten einer elektrischen Zahnbürste, eines Elektrorasierers oder ähnlich vibrierender Gegenstände mit der Hand

Orale Stimulation:            

  • Regelmäßiges Bestreichen von Lippen, Zähnen, Zunge und einem Teil des Gaumens mit einem großen Wattetupfer (z.B. bei der Mundpflege)
  • Fördern von Lutsch- und Schluckbewegungen durch harte Brotrinden, Bratenkruste oder Kaugummi

Olfaktorische Stimulation:

(Vertraute Gerüche fördern die Erinnerung!)

  • Körperpflege mit Parfum, Deo oder Rasierwasser, das dem Kranken lieb und vertraut ist
  • Anregung des Geruchssinnes durch Blumen, ätherische Öle und Essensdüfte.

Visuelle Stimulation:

  • Mobiles, Poster und Bilder mit kräftigen Farben sowie leicht erkennbaren Motiven
  • Fotos aus dem Privatleben des Patienten. Schon ein einziger Gegenstand, der ins Blickfeld gerückt wird, kann den Tag des Kranken verändern!

All diese Anregungen sind aber nur Beispiele. Die Phantasie kennt letztlich keine Grenzen. Allerdings darf man den Kranken nicht überstimulieren also überfordern. Am Anfang genügen aus der Erfahrung täglich ein oder zwei Maßnahmen für jeweils 15 Minuten.

Elemente der Basalen Stimulation können aber auch für gesunde Menschen ebenfalls sehr anregend, entspannend oder bereichernd sein. In diesen Fällen sollte man von „basal orientierter Anregung“ oder basal orientiertem Arbeiten sprechen.

Unsere Buchempfehlung im Herbst: Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit

Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit

Irgendwann begannen die bösen Vorahnungen für Dr Hajo Schumacher vom Rollator, dem krustenfreien Seniorenbrot und vom Altersheim. Dabei ist er als Journalist und Buchautor noch weit vom Rentenalter entfernt.

Dr. Schumacher beschreibt einfühlsam, dass ihn der Umzug seiner Mutter ins Pflegeheim und ihr Tod sehr nachdenklich gemacht haben. Wie könnte also ein würdevoller, lustiger und bezahlbarer Lebensabend aussehen und was muss man dafür tun?

Der Autor möchte dafür werben die Weichen schon früh zu stellen. Dazu hat er Zahlen und Fakten zusammengetragen. Den Großteil des Buches machen kurze Beschreibungen von unterschiedlichen Wohnformen für Rentner aus, sowohl in Deutschland als auch etwa in Polen und Thailand.

In knappen Kästen werden die Konzepte bewertet: Kosten, Risiken, Bequemlichkeit. Adressdaten und Tipps, damit die Zeit nach dem 65. Lebensjahr interessant und erstrebenswert bleibt

Mit seinem ihm eigenen Humor und gemischt mit etwas Ironie, aber auch mit tiefsinnigem Ernst geht Dr. Hajo Schumacher allen Möglichkeiten nach.

Nur für den, der das Buch liest, gibt es , um bei den Worten des Autors zu bleiben: „Gute Chancen, die nächsten zwanzig, dreißig Sommer lustig, bezahlbar und würdevoll zu gestalten.“

Dr. Hajo Schumacher – Restlaufzeit. Eichborn Verlag, Köln, 286 Seiten, ISBN 978-3-8479-0572-1

Demenz-WG: Eine neue Form des Zusammenlebens und eine echte Alternative zum Pflegeheim

Chantal Louis: „Ommas Glück“ erschienen im Kiepenheuer & Witsch VerlagEine Wohnform, die Menschen mit Demenz gerecht wird und ihnen ein maximal selbstbestimmtes Leben ermöglicht.

Die Betreuung in einer Demenz-WG ist meist nicht teurer als die Unterbringung in einem Pflegeheim, da keine Verwaltungsgehälter wie im Heim und meist auch keine Rücklagen für die Immobilie anfallen.

Außerdem ist das Pflegepersonal für weniger Bewohner zuständig, der Pflegeschlüssel also deutlich höher und individueller planbar, wodurch die Pflegequalität steigt.

Die Schriftstellerin und Journalistin Chantal Louis hat dazu ein wunderbares und sehr empfehlenswertes Buch über die Erfahrungen Ihrer Großmutter in einer Demenz-WG geschrieben: „Ommas Glück“ erschienen im Kiepenheuer & Witsch Verlag.

Chantal Louis erzählt in Ihrer eigenen erfrischenden Art in einer Talkrunde des WDR dazu:

»Wenn man Omma erzählt hätte, dass sie eines Tages in einer WG leben würde, hätte sie mit großer Wahrscheinlichkeit Zeter und Mordio respektive Sodom und Gomorrha geschrien. Wir, meine Mutter und ich, konnten sie nicht mehr fragen. Wir haben es für sie entschieden. Und ich bin ziemlich sicher, dass es eine gute Entscheidung war. Eigentlich sogar eine ausgesprochen gute.«

Nach einer bedrückenden Episode im Altersheim zieht Edeltraut Karczewski mit 83 in ihre erste Wohngemeinschaft. Ihre sechs Mitbewohnerinnen sind, wie sie, dement. Man tanzt Walzer im Wohnzimmer und es wiederholt sich ein immer neues Kennenlernen am Küchentisch. Chantal Louis erzählt von einfühlsamen Betreuerinnen und dem erstaunlichen Personalschlüssel von eins zu drei. Von Angehörigen, die tags beim Kochen helfen und am Wochenende die WG-Wände streichen, Sie erzählt auch von der Entstehung der Demenz-Wohngemeinschaften generell, von denen es in Deutschland inzwischen einige Hundert gibt – und von deren Existenz trotzdem nur wenige wissen. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin kann noch etwas machen – Dinge, die man von früher kennt und gerne gemacht hat oder auch nur zuschauen: z. B. Kochen, Wäsche zusammenlegen usw.

In einer Demenz-WG sind die Bewohner ganz normale Mieter, die zusammen für die monatlich anfallenden Mietkosten der Wohnung oder des Hauses aufkommen. In den meisten Wohngemeinschaften kommt dazu eine Pauschale für die Haushaltskasse, aus der die hauswirtschaftliche Versorgung (Verpflegung, Anschaffungen, Instandhaltung) bezahlt wird.

Die Pflege und Betreuung durch den ambulanten Pflegedienst schließlich macht den dritten Posten der monatlich zu erwartenden Kosten aus. Dafür stehen dem Demenzkranken entsprechend seiner Pflegestufe die gleichen Leistungen aus der Pflegeversicherung zu, die er auch bei häuslicher Pflege erhalten würde.

Das wichtigste aber in einer Demenz-WG ist das von Frau Louis im Buch so eindrucksvoll beschriebene Gemeinschaftsgefühl!

Validation – eine ehrliche Wertschätzung

Validation – eine ehrliche Wertschätzung

Validation® wurde von der Sozialarbeiterin und Schauspielerin Naomi Feil, 1990 von Cleveland (USA) nach Europa getragen.

Sie entwickelte diese Pflegetechnik aus verschiedenen psychologischen und psychotherapeutischen Modellen, wie der klienten- bzw. personenzentrierten Gesprächsführung Carl Rogers und der Theorie der Lebenskrisen Erik Eriksons

Validation ist eine Methode der verbalen und nonverbalen Kommunikation für verwirrte, meist ältere Menschen mit Demenz.

Bei der Validation wird der emotionale Gehalt der Aussagen und des Verhaltens einer Person aufgegriffen und „validiert“ (für gültig erklärt) ohne zu analysieren, zu bewerten oder zu korrigieren.

Validation ist:

  • eine Methode, um den Zugang zu dementen, verwirrten und alten Menschen zu ermöglichen und beinhaltet
  • eine bestimmte Form des Eingehens und Reagieren auf die Verhaltensweisen und Äußerungen verwirrter bzw. dementer Menschen
  • eine Grundhaltung, die den alltäglichen Umgang mit dementen Menschen bestimmen kann
  • kann in belastenden Situationen Spannungen reduzieren und Beziehungen ermöglichen

Validieren heißt, den Kontakt zur Welt der Verwirrten herstellen. Die Gefühle der Dementen ist der Wegpfeiler der Arbeit, denn dies ist der Spiegel ihrer Seele. Sie leben in ihrer eigenen Welt, nicht aber im jetzt und hier, sondern in ihrer Lebenssituation die sie festhalten und oft nicht zur Ruhe kommen lassen. Diese so offen gezeigten innersten Gefühle ist der Ansatz und Beginn der Arbeit, um den Dementen die Sehnsucht und die Vertrautheit, Geborgenheit zu vermitteln, damit sie ihren Weg zum inneren Frieden mit unserer angebotenen Hilfe finden können. Angst, Einsamkeit, Nutzlosigkeit abwerfen und loslassen können, um zu einem friedlichen Lebensende zu kommen. Wenn die Waage ausgeglichen ist und kein Ungleichgewicht im Fühlen und Denken mehr besteht, wird der Verwirrte in Frieden leben können.

An oberster Stelle steht:

Die Würde des Menschen ist unantastbar bis zum Tode.

Da dem verwirrten Menschen das kognitive Gedächtnis verloren geht und das emotionale bleibt, ist es wichtig, dass die eigenen Gefühle gegenüber dem Dementen echt sind. Sind sie das nicht, wird der Betroffene dies sofort spüren.

Wichtig ist beim Validieren eine gute Beobachtungsgabe zu besitzen.

Der Validierende achtet auf:

  • Körperhaltung
  • Gestik / Mimik
  • Blickkontakt herstellen
  • nicht tadeln, nie widersprechen, nicht korrigieren
  • Zeit geben zu antworten
  • Geschlossene Fragen stellen
  • Kurze klare Sätze sprechen
  • Ruhig und freundlich sprechen

Verbale und Nonverbale Zuwendungen werden eingebracht:

  • Nonverbal durch das eigene Verhalten über Gestik und Mimik anzeigen
  • Verbal durch bedeutsame Sätze die der Verwirrte Mensch verstehen kann.

Beispiele:

1. Bei autoritären Persönlichkeiten:

Menschen die Angst haben ihre Autorität zu verlieren, zeigen sich oft durch sprachliche Dominanz (Befehlston) aber auch ein abwehrendes Verhalten bei Nähe und Berührung (Körperpflege) durch treten, beißen, spucken und schlagen. Diesen Menschen muss das Gefühl gegeben werden, dass ihnen die Autorität nicht genommen wird.

Durch nonverbale Zuwendung:

  • Ich weiß wie weit ich gehen darf

Durch verbale Zuwendung:

  • Sie können die Distanz zwischen uns bestimmen
  • Sie entscheiden

2. Bei Menschen mit starken Gefühlsausbrüchen: (Wut, Zorn)

Verbale Zuwendung:

  • Sie dürfen wütend und zornig sein, es ist in Ordnung, mir zu zeigen was sie fordern
  • Sie dürfen verärgert sein
  • Sie dürfen ihre Gefühle ausleben
  • Ich möchte sie nicht verletzten
  • Sie sind für mich liebenswert

In beiden Fällen muss der Betreuer die Situation aushalten können, ohne dieses Verhalten persönlich zu nehmen, sondern sich nur auf die Situation beziehen. Dies hilft Spannungen abzubauen und Beziehungen aufzubauen.

3. Bei sensibel, verschlossenen und zurückgezogenen Menschen:

Oft zu erkennen sind diese Menschen durch eine in sich gekehrte starre Körperhaltung. Deshalb brauchen sie körperliche Berührungen um dieses Gefühl wieder zurück zu geben oder es neu für sie zu schaffen .Besonders Berührungen mit kreisrunden Bewegungen im gesamten Rückenbereich helfen hier. Dies setzt voraus, dass das Verhalten des Pflegepersonals „emotional, echt, wertschätzend und einfühlsam“ sein muss.

Verbale Zuwendung:

  • Sie sind bei uns willkommen
  • Sie gehören hier her
  • Sie brauchen keine Angst zu haben
  • Weinen Sie wenn es ihnen gut tut, ich bin für sie da
  • Ich halte Sie

Den Mensch spiegeln, das heißt: Verhaltensmuster die der Mensch zeigt, wie durch einen Spiegel zurückzugeben, ohne den Mensch nachzuäffen.

Situationsbeispiel: Der Mensch schlägt ständig ein Buch auf den Tisch. Der Betreuer übernimmt die Körperhaltung (Gestik, Mimik) und beginnt mit derselben Handlung. Durch das Spiegeln versucht der Betreuer dem Betroffenen einen Denkprozess zu ermöglichen. Wichtig in diesem Fall:

  • keine Bewertung verbaler Art über die Situation
  • keine Kritik oder Ablenkung über die Situation
  • kein“ Verkennen der Situation“

All diese nonverbalen und verbalen Zuwendungen sollten ständig, immer wiederkehrend gesetzt werden, um den verwirrten Menschen zu erreichen. Denn jede Begegnung zählt und jeder wertschätzender Satz hat Bedeutung für den Menschen.

Dies erfordert vor allem:

  • Echtheit im Umgang mit dem Verwirrten
  • Kenntnisse der Krankheitsbilder und Biographie
  • Freude an der Arbeit mit Menschen mit Demenz
  • gute Teamfähigkeit und Beobachtungsgabe
  • keine Berührungsängste
  • bereit sein sich fort zu bilden
  • starke Belastbarkeit
  • Selbstkritikfähig sein
  • viel Ausdauer und Geduld und
  • das Konzept der Station mitzutragen.

Quelle: (Autor) Rolf Dietrich: Validatives feeling insight Skript

Hier noch ein Beispiel aus der Praxis

Die Mitarbeiterin des Pflegedienstes möchte Herrn M. duschen. Herr M. der dement ist, und sein Leben lang Metzger war, macht mit und kooperiert bis zum ausziehen der Unterhose. Herr M. wehrt sich mit den Worten „Das geht doch nicht, ich kann mich hier nicht ausziehen!“. Also fragt die Pflegeschwester ihn schließlich wo sie sich denn gerade befinden, worauf Herr M. antwortet, dass sie doch in der Metzgerei sind wo er arbeitet.

Die Schwester validiert dies, indem sie Verständnis zeigt und sagt, dass dies wohl wirklich keine gute Idee sei sich in der Metzgerei auszuziehen, und das Duschen auf einen anderen Tag verlegt.

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